Liebe KonzertbesucherInnen der St. Martini-Kirche,

 

es ist wirklich ein schon merkwürdiges Gefühl, bei der Vorstellung dieses Jahresprogramms nach fast achtzehn Jahren meiner Arbeit in Lesum vor die meisten Veranstaltungen schreiben zu können »zum letzten Mal«. Aber das ist nun einmal so, und ich finde es wichtig, am Ende einer vorher absehbaren Zeit auch wirklich abzuschließen und vor allem Dank sagen zu können. Zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung weiß ich noch nicht, wer mein Nachfolger sein wird. Er wird mit Sicherheit vieles anders machen, andere Akzente setzen und das ist auch sinnvoll und notwendig. Unterstützen Sie ihn; darum bitte ich Sie besonders herzlich.

 

Bleibt mir vor allem der Dank. Wenn ich anfangen wollte, alle einzeln aufzuführen, denen dieser Dank gilt, reicht der Umfang dieser Seite nicht aus, aber einige seien genannt: vor allem Sie, unsere BesucherInnen, für die unsere Arbeit überhaupt da war, die Gemeinde, die Rahmen und Grundlage der Kirchenmusik war, die Capella St. Martini, die in ihrer Gesamtheit und in einzelnen »Formationen« ein festes Fundament war, immer unterstützt durch Stimmbildung von Ekkehard Lampe-Steinhage. Dank auch an die Instrumentalisten und Vokalsolisten, die uns so manches Mal wahre Sternstunden der Kirchenmusik möglich gemacht haben. Die künstlerische Arbeit wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht viele in Organisation und Planung oder durch ihre finanzielle Unterstützung unsere Arbeit getragen hätten: Irene von Perger und das Sekretariat unserer Gemeinde, unsere Grafikerin Erika Ohlendorf, die ehrenamtlichen HelferInnen aus der Kantorei, der Förderverein, die Waldemar Koch- und die Karin und Uwe Hollweg-Stiftung.

 

Einen Dank aber möchte ich nicht nur »zu Hause« ausrichten: meinen Dank an meinen Freund und Partner Klaus Pohlmeyer für seine Begleitung meiner Arbeit von den Tagen meiner Bewerbung in Lesum bis heute, für die vielen musikalischen und theologischen Anregungen und Gespräche, in denen wir Ideen und Programme entwickelt haben, schließlich für seine Organisationsarbeit, die mir Luft zu künstlerischer Arbeit gelassen hat.


Als erstes großes Konzert meiner Lesumer Zeit habe ich 2001 die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach aufgeführt. Ich freue mich besonders, dass ich mit diesem Höhepunkt europäischer Musik auch schließen kann. Aber davor sind außerdem seine h-moll-Messe und auch sein Weihnachtsoratorium zu hören, Letzteres ganz ohne »Beimischung«, wie ich es selten angeboten habe (und aus gutem Grund auch nicht wollte). Auch im weiteren Programm wird Ihnen häufig die Musik des Thomaskantors begegnen. Das wird Sie nicht wirklich überraschen, er war sicher auch in den vergangenen Jahren der »Spitzenreiter«.


In den beiden vergangenen Jahren haben wir Ihnen mit »Joseph« und »Exodus« in der wunderbaren Zusammenarbeit mit Dorothee von Harsdorf Projekte anbieten können, die – so glaube ich – neue Wege und Chancen der Kirchenmusik zeigen konnten. Es war eigentlich gar nicht geplant, für meine letzte Saison ein weiteres Projekt zu entwerfen. Als sich aber in der Sichtung der Termine für 2018 herausstellte, dass im Abstand von zwei Wochen vor Bachs Matthäus-Passion meine eigene Lukas-Passion (Uraufführung 1988 in Alt-Aumund), zwei Wochen davor wiederum der Glanzpunkt katholischer Passionsmusik, Pergolesis »Stabat Mater« mit den beiden Ausnahmesängern Philipp Mathmann und Antonio Giovannini standen, da war der Gedanke an ein weiteres Projekt, den Lesumer Passionszyklus, nahezu unumgänglich.


Am Ostersonntag darf ich mich dann von Ihnen im Gottesdienst mit Mozarts »Krönungsmesse« verabschieden.


Ich danke Ihnen, verehrte BesucherInnen unserer Konzerte, sehr herzlich für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung in all den Jahren und freue mich auf ein hoffentlich spannendes und interessantes,
wenn auch für mich letztes Konzertjahr in St. Martini-Lesum.

 

Ihr

Hans-Dieter Renken,

Kirchenmusiker an St. Martini Bremen-Lesum