Oktober 2017


Donnerstag, 19. Oktober – Einführung
Die »katholische Messe« von J. S. Bach zum Reformationsjubiläum –
Provokation oder Selbstverständlichkeit?
Ein Einführungsabend zu Bachs h-moll-Messe


Die h-moll-Messe Johann Sebastian Bachs seine »katholische Messe« zu nennen, ist keine konfessionelle Vereinnahmung, sondern stammt aus der Feder seines Sohnes Carl Philipp Emmanuel. Sie hat auch nicht den Grund, dass Bach sie für den – katholischen – Hof in Dresden geschrieben hätte. Carl Philipp Emmanuel nennt sie deshalb »katholische Messe«, weil sie – im Gegensatz zu den anderen »lutherischen« Messen – alle fünf Teile des Abendmahlsgottesdienstes umfasst.


Diese Messe eines durch und durch protestantischen Komponisten, die sein Sohn jedoch »katholisch« nennt, birgt aber eine besondere Möglichkeit einer Aufführung zum 500. Reformationsjubiläum: Es ist das erste Jubiläum, das nach den Worten des augenblicklichen Vorsitzenden der EKD ein ökumenischer Feiertag sein kann.

 

Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, den theologischen Grundlagen der vollständigen Form der Messe nachzuspüren und im musikalischen Teil dieses Einführungsabends die Umsetzung in Bachs grandiosem Werk zu erläutern, natürlich – wie gewohnt – mit vielen Musikbeispielen.


Referenten: Hans-Dieter Renken und Klaus Pohlmeyer


Beginn: 20.00 Uhr im Gemeindezentrum – Eintritt frei


Dienstag, 31. Oktober – Abonnementskonzert
Johann Sebastian Bach (1685-1750): Messe in h-moll

 

Der berühmte Dirigent und spätere Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München Wolfgang Sawallisch (1923-2013) erzählte in einem Interview, dass er alle größeren Opern und alle bedeutenden Oratorien in seinem erfüllten Leben dirigiert habe, nur an ein Werk habe er sich nie herangetraut, an Bachs h-moll-Messe. Das kann nicht an den Fähigkeiten Sawallischs gelegen haben, auch nicht an einer besonderen Dirigier-Schwierigkeit der Partitur, wohl aber an dem Respekt und der Bewunderung, die dieses Werk jedem, der sich mit ihm näher beschäftigt, abnötigt. Von allen Messkompositionen vorher und nachher gilt Bachs h-moll Messe als der nie übertroffene Gipfel dieser Gottesdienstmusik, obwohl sie sich für den realen Gottesdienst einer Gemeinde aufgrund ihrer Dimensionen durchaus nicht eignet. Für einen Anlass wie das Reformationsjubiläum ist es aber eine wirklich großartige Festmusik, zumal dann, wenn dieses Jubiläum erstmalig als ein ökumenischer Feiertag begangen werden kann.

 

Es wirken mit:
Karin Gyllenhammar (Sopran)

Manja Stephan (Sopran)

Michael Lieb (Altus)
Benjamin Kirchner (Tenor)
Gregor Finke (Bass)


Capella St. Martini


Bremer Ratsmusik

Leitung: Hans-Dieter Renken

Beginn: 19.00 Uhr – Eintritt: € 24,00 (22,00) und 22,00 (20,00)